Posts

Trauerraum einmal anders

Eine neue Form der Trauerkultur etabliert sich mehr und mehr - und wir Alt-Katholiken sind Teil davon. Von 0:40-3:50 ein Beitrag über unser neues Kolumbarium in Halberstadt. https://www.ardmediathek.de/mdr/video/mdr-sachsen-anhalt-heute/mdr-sachsen-anhalt/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy8yZTRkYmY0Yi01OTY5LTQ4NWMtOWM4MS1lYWI0NTgxYzRmM2U/

Sieben Thesen zu "Gemeinde der Zukunft" (alt-katholisches Jahresthema 2021)

 Und wie angekündigt hier meine sieben Thesen: 1) Alt-Katholische Gemeinde der Zukunft wird diverser. Unsere Kirche war noch nie überall gleich. Bereits in den 1870er Jahren waren unsere Mitglieder eine Mischmenge aus liberalen, demokratischen, nationalen, spirituellen, aufklärerischen, verkopften, antiautoritären und kämpfenden Charaktären (ohne Anspruch auf Vollständigkeit in der Auflistung) - die überhaupt nicht homogen war! Der gemeinsame Gegner war leicht zu definieren, aber wohin die Reise gehen sollte, wurde damals schon kontrovers gelebt. Insofern ist Diversität in unserer Kirche eigentlich nichts Neues. Aber sie wird sich zukünftig anders zeigen. Da es heute keine geschlossenen ortsübergreifenden Milieus in alter Prägung mehr gibt, werden unsere Gemeinden zukünftig noch mehr vom konkreten Lebensumfeld vor Ort in ihrer Identität geprägt werden. Ob Metropole, Großstadt, Kleinstadt oder Dorf; Weg- oder Zuzugsregion; Hippstertown, urbane Umgebung oder ländlicher Raum. Die jeweilig

Vorschlag

Jetzt also wieder Lockdown. Zwar (nur) ein Lockdown light, aber auch diesmal werden alle kulturellen Einrichtungen, Restaurants, Kneipen, Galerien und Theater, Konzerte, Opernhäuser... für vier Wochen geschlossen. Mit der Aussicht, dass uns das dann im Advent und in der Weihnachtszeit erspart bleibt, wenn nach diesen vier Wochen die Infektionszahlen sinken. Und anstatt mich über diese Maßnahmen aufzuregen, habe ich beschlossen, dieses Jahr schon etwas früher mit Fasten anzufangen. St. Martin, der 11. November, ist nicht mehr zu weit entfernt und mit dem Gänseessen beginnt traditionell das Philippus-Fasten, eine dem alten abendländischen Adventsfasten entsprechende Vorbereitungszeit vor Weihnachten. Anstatt also mit Lebkuchen und Christstollen, Weihnachtsmärkten und Adventsshopping zu feiern, haben die Menschen früher im Advent gefastet. In den Ostkirchen ist das auch heute noch so. Und die Zeit zum Fasten ist einfach gut gewählt: die Nächte werden spürbar länger, die Bäume stellen i

Corona und die Pest

  Eine furchtbare Übertreibung, wenn man das Coronavirus mit der schwarzen Pest des 14. Jahrhunderts vergleicht? Was die Todesrate angeht, stimmt das natürlich: insgesamt ca. 30% der europäischen Bevölkerung sind bei dem ersten Pestschub 1347-50 gestorben, vereinzelt waren die Todesraten wesentlich höher. Aber was die Reaktion der Bevölkerung und die wirtschaftlichen Auswirkungen angeht, sieht einiges erstaunlich ähnlich dem, was wir jetzt alltäglich erfahren. Ein Blick 600 Jahre zurück In seinem Buch Der schwarze Tod in Europa. Die Große Pest und das Ende des Mittelalters (1994) beschreibt Klaus Bergdolt detailliert die Verbreitung der Krankheit durch die europäischen Länder. Die Ursachen kannte man nicht, verwies oft auf „verpestete“ Luft oder Fäulnisgerüche von verdorbenen Lebensmitteln oder Brunnen. Mehrmals wird in zeitgenössischen Berichten vermerkt, dass allein der Anblick eines Pestkranken töten konnte – ein Hinweis auf die besonders tödliche Variante der Lungenpest, die durch

Gemeinde der Zukunft - Sieben Thesen

Im Sommer 2019 bekam ich die Anfrage einen Beitrag für das alt-katholische Jahrbuch 2021 zum Thema "Gemeinde der Zukunft" einen Beitrag zu schreiben. Mittlerweile ist das Jahrbuch im Druck und ich veröffentliche hier schon einmal die Einleitung des Beitrags als "Appetizer" und freue mich über gute Kommentare und Diskussionen - denn die dann später folgenden Thesen sind sicher für den ein oder die anderen etwas provokant... "Ende Februar 2020 war es soweit: ich hatte zeitnah und pünktlich diesen Beitrag fürs Jahrbuch im Kasten und war in einer geradezu euphorischen Stimmung, alles auf den Punkt gebracht zu haben, was mir wichtig war, Ihnen an Gedanken zum Thema "Gemeinde der Zukunft" mitzugeben. Wir hatten gerade zwei fulminante Medienfeatures über unsere Berliner Gemeinde im Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunk (die eine gute Resonanz auch über unser Kernklientel hinaus verhießen), der Radiogottesdienst im DLF stand an, unsere SocialMedia-Kanäle waren für

Klarer Blick

  Offenbarung 3, 14 – 20 (Auszüge) Schreibe an de n Engel der Gemeinde in Laodizea : › So spricht der, der das Amen ist – der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang von Gottes Schöpfung: Ich kenne deine Taten. Du bist weder kalt noch heiß. Wärst du doch kalt oder heiß!Aber du bist lauwarm und weder heiß noch kalt. Du sagst: Ich bin reich, wohlhabend und mir fehlt es an nichts. Dabei weißt du gar nicht, wie jämmerlich du eigentlich bist, bedauernswert, arm, blind und nackt. Ich gebe dir einen Rat: Kaufe von mir Gold, das im Feuer geläutert wurde. Dann bist du wirklich reich! Und kaufe strahlend weiße Kleider, damit du etwas anzuziehen hast. Kaufe außerdem Salbe, um deine Augen einzureiben. Denn du sollst klar sehen können! Sieh doch: Ich stehe vor der Tür und klopfe an! Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten. Ich werde mit ihm das Mahl einnehmen und er mit mir. Es sind klare Worte, die hier an die christliche Gemeinde in Laodizea gehen: I

Der Morgenstern in Hochs und Tiefs

Liebe Leute, es war schön, einige von Euch am Sonntag beim alt-katholischen Freiluftgottesdienst mal wieder zu sehen! Hier ein paar Gedanken zum Thema Morgenstern, immer noch im Nachgang zum Fest der Verklärung: 2 Petrus 1, 16–19 Petrus schreibt: Wir waren Augenzeugen der Macht und Größe von Jesus Christus. Denn er hat von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit empfangen, als eine Stimme von erhabener Herrlichkeit an ihn erging: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Diese Stimme, die vom Himmel kam, haben wir gehört, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren. Dadurch ist das Wort der Propheten für uns noch sicherer geworden und ihr tut gut daran, es zu beachten, wie ein Licht, das an einem finsteren Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in eurem Herzen. Wer morgens zeitig aufsteht, kann das Glück haben, den Morgenstern zu sehen, meistens ist es die Venus. Ganz unscheinbar, aber auch unübe